Wir ziehen ins Kinderdorf

Nadine Deutschmann (33) und ihr Mann Jörg (37) haben ihre Firma aufgegeben, um Kinderdorfeltern zu werden. Dafür absolvieren sie aktuell ein Erzieherstudium, pendeln zweimal in der Woche nach Berlin. Bis sie im Mai mit ihren beiden Kindern und Familienhund „Happy“ bei ihrer neuen Familie einziehen, arbeiten sie bereits in Teilzeit im Albert-Schweitzer-Familienwerk und verbringen so schon viel gemeinsame Zeit miteinander, um sich kennenzulernen. Über Weihnachten und den Jahreswechsel haben die Deutschmanns das erste Mal zwei Wochen gemeinsam mit ihrer neuen Familie verbracht.

An den Weihnachtstagen haben die Deutschmanns ein abwechslungsreiches Programm aufgestellt, gemeinsames Plätzchenbacken, Kino und Theaterbesuche, ein Kirchbesuch, Bescherung gefolgt von Silvester, das mit Fingerfood, Stopptanz und div. Spielen zelebriert wurde. Dann blickte die neue Familie gemeinsam auf das Jahr 2019 zurück. „Die schönen Erlebnisse haben wir geteilt, die nicht so schönen auf Zettelchen geschrieben und verbrannt, damit wir sie nicht mit rübernehmen und neu starten können“, erinnert sich Nadine Deutschmann. Für sie zählte dieser Moment zu den emotionalsten der vergangenen Wochen. „Das war sehr ergreifend, auf einmal sagte ein Kind, „Frau Deutschmann, du weinst ja“.

Nadine und Jörg Deutschmann, die sich immer eine große Familie gewünscht haben, fühlen sich im Kreis der Kinder von Anfang an wohl. „Für uns fühlt es sich wahnsinnig richtig und vertraut an. Jeden Tag gibt es einen Moment, wo wir uns wundern, wie schön das alles ist.“

Es überrascht und beeindruckt sie, wie gut auch die Kinder untereinander zurechtkommen. So nahmen Heiligabend alle wie selbstverständlich auf den kleinen Sohn der Familie Rücksicht, der noch an den Weihnachtsmann glaubt.

„Natürlich mussten wir uns die ersten Tage finden, jeder hat ja schließlich seinen Tagesablauf. Aber nach einer Woche habe es sich schon total eingespielt angefühlt“, sagt Frau Deutschmann. Sie ist überzeugt, dass das auch an den Kindern liegt, die „so wahnsinnig unterstützend“ seien, „die wollen unbedingt, dass es uns hier gefällt, können es nicht erwarten, bis wir endlich einziehen.“ Das sei bei jedem Spaziergang Thema und es vergehe kein Tag, an dem die Kinder nicht vor dem Kalender stehen, und die Tage zählen, bis die Deutschmanns endlich einziehen.

Aber auch die Unterstützung durch den ehemaligen Hausleiter, der übergangsweise noch bis Sommer als Teamleiter fungiert, das Team des Hauses und die Geschäftsführerin, Frau Peters, sei großartig. „Die Kinder und das ganze Drumherum waren wahnsinnig gut vorbereitet, sodass wir eine starke Einstiegssituation vorfinden“, so Deutschmann.

Nadine Deutschmanns Fazit nach den ersten beiden Wochen: „Es ist spannend, aufregend und anstrengend, irgendwie passt es aber auch total gut, als ob es nie anders gewesen wäre.“

Hanna Irabi, Bundesverband

Sind Sie ebenfalls interessiert an der Arbeit als Kinderdorfeltern? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere Stellenausschreibungen.